Auf Wiedersehen

Auch wenn wir es noch nicht richtig wahrhaben wollen, unsere Tour durch Neuseeland neigt sich dem Ende zu. Und gerade haben wir noch gedacht, die Kultur ist vielleicht ein bisschen zu kurz gekommen, da überfällt sie uns mit geballter Ladung.

Zuerst erleben wir bei unserem zufälligen zweiten Besuch des Blue Lake (ihr erinnert euch – der mit dem Speedbootrennen) die Finalläufe der Schulmeisterschaften (sämtlicher Schulen der Nordinsel) im Ausleger-Kanu. Tolle Atmosphäre, spannende Rennen und ziemlich eindeutig von Maori dominiert.

Dann platzen wir bei unserem ersten Versuch, das einzige auch außerhalb von Festzeiten zu besichtigende Marae (Versammlungshaus) in Whakatane zu besuchen, mitten in die Abschlussfeier der örtlichen Universität. Schön zu erleben, wie ein solch traditionelles Haus auch im modernen Leben seinen Platz findet.

Und schließlich gelingt es uns dann, an einer geführten Tour durch das Marae in Whakatane teilzunehmen. Das Faszinierende dieser Tour ist schwer in Worte zu fassen. Da ist das Glück der kleinen Touristen-Gruppe, nur 8 Leute. Da sind die Zeremonien, mit denen Besucher traditionell in einem Marae begrüßt werden, die dem informativen Teil zur Geschichte des Hauses, zur Bedeutung der Schnitzereien usw. einen Rahmen geben. Da ist der Eindruck, dass unsere gastgebenden Maori diese Zeremonien eben nicht nur „zur Show“, sondern in vollem Ernst begehen. Da ist das abschließende einfache gemeinsame Essen, das Gelegenheit bietet, mit den Gastgebern und den anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen… Ich bin immer noch fasziniert.

Jetzt sitzen wir an einem weiteren sonnigen Tag am Flughafen und können immer noch nicht glauben, dass die Tour schon zu Ende sein soll…

Danke Neuseeland! Wir kommen wieder – definitiv.

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Possum

Ich glaube, das Possum ist das meist gehasste Tier in Neuseeland.

Für alles und jeden gibt es Schilder: caution – sheep, caution – crossing cows, caution – aged pedestrians, caution – ducks, caution – kiwis… Aber nicht für das Possum. Dabei findet man auf und neben den Straßen eigentlich ausschließlich die Überreste von Possums, deren Versuch, die Straße zu überqueren, unglücklich geendet ist – und das auf jedem Kilometer.

Es sieht so aus, als stellten sich Possums bei ihren Versuchen, eine Straße zu überqueren, ausgesprochen dämlich an. Es könnte aber auch der Verdacht aufkommen, die Neuseeländer nutzen neben den unzähligen Possum-Fallen in den Wäldern auch ihr Auto als Jagdwaffe. (Denn Possums sind „Übersiedler“ aus Australien und wohl ganz patente Jäger, die den heimischen gefährdeten Tieren wie Blue Ducks und Kiwis ordentlich zusetzen.)

Possums könnten einem fast leid tun…

Andererseits bieten sie so manchen tollen Blick auf den Neuseeland-Falken (der offensichtlich das „Straßenbuffett“ sehr genießt).

Mordor

Heute morgen auf dem Weg zum Schicksalsberg…

(Der „Schicksalsberg“ im Zentrum sollte den Berg links eigentlich gut 600m überragen.)

Und wenn da jetzt noch Rot-Töne am Horizont gewesen wären, hätte ich echt Angst bekommen.

Stattdessen findet sich unter all der Wolkendecke so was…

Kiwis

Ein wunderschöner Campingplatz mitten im Waipoua Forest.

Einer der ortsansässigen Maori, die den Platz betreiben, erklärt uns direkt bei der Ankunft mit einem leichten Grinsen: „Viele kommen hierher und machen eine Nachtwanderung, um Kiwis (also die Vögel, nicht die Früchte) zu sehen. Das ist bisher niemandem gelungen. Aber nahe beim Fluss kann man sie nachts hören“ und imitiert direkt mal einen Kiwi-Ruf.

Wir schlagen also unser Zelt an einem einsamen Platz direkt am Fluss auf und liegen dann gemütlich im Zelt (ja, im Zelt, weil vor dem Zelt gerade die Vollversammlung sämtlicher Mücken des Waipoua Forest stattfindet) und lauschen aufmerksam in die Nacht…

Tatsächlich – wir sind uns dank des Maoris vom Nachmittag ziemlich sicher – das muss ein Kiwi sein, den wir da hören.

Plötzlich verstummt der Kiwi und wenig später hören und sehen wir sie auch. Eine kleine Gruppe Nachtwanderer, jeder mit einer hell strahlenden Taschenlampe bewaffnet, nähert sich.

Ich vermute jetzt einfach mal: Auch dieser Gruppe ist es nicht gelungen, einen Kiwi zu sehen. Aber die Mücken hatten Spaß.